Skisprungschanzen

Kälbersteinschanze

Die Kälbersteinschanze besteht aus drei unterschiedlich großen Schanzen mit 90 m, 62 m und 27,5 m K-Punkt. Seit 1924 wird hier gesprungen – von den Deutschen Meisterschaften 1929 und 1934 bis zum Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination.

Panorama der Kälbersteinschanze

Abriss und Neubau: Am 7. April 2024 fand das letzte Springen auf der Kälbersteinschanze (1924 – 2024) statt. Derzeit wird die Schanze abgerissen und neu gebaut.

Drei Schanzen

Die Anlage in Zahlen

K 90

Hillsize
98 m
Schanzenrekord
102 m
Tischwinkel
11,0°
Aufsprungwinkel
36,5°
Baujahr
1924

K 62

Hillsize
64 m
Schanzenrekord
68 m
Tischwinkel
10,0°
Aufsprungwinkel
35,0°
Baujahr
1977

K 27,5

Hillsize
27,5 m
Schanzenrekord
28,5 m
Tischwinkel
9,5°
Aufsprungwinkel
31,5°
Baujahr
–

Geschichte

Über 100 Jahre Skispringen

Die erste Sprungschanze des Ski-Klub Berchtesgaden wurde 1908 am Stockklausnerfeld errichtet, wo zu Beginn bis zu 20 m gesprungen wurde. Jährlich wurde diese Schnee-Naturschanze vergrößert und 1914 lagen die Siegerweiten bereits bei 30 m. 1919 erweiterte man die Anlage durch den Bau der Lustheimer Schanze und drei Jahre später mit der Wahlschanze. Hier wurde der weiteste Sprung mit 39 m registriert.

Anfang der zwanziger Jahre entstanden weitere Sprunganlagen in Berchtesgaden, welche jedoch nicht sehr lange existierten: die Schanze am Krankenhaus, die Göllsteinschanze, die Semmlerschanze, die Schanze an der Schießstätte, die Wiesenschanze und jene auf dem Obersalzberg.

1924 wurde nach Befürwortung des Standortes durch den Münchner Schanzenspezialisten C. J. Luther die Schanze am Kälberstein errichtet. Im Februar 1925 fand das Eröffnungsspringen statt – Siegerweite 49 m durch die Gebrüder Neuner aus Partenkirchen. Auf dieser Schanze wurden 1929 und 1934 die Deutschen Meisterschaften ausgetragen, wobei der K-Punkt bei 60 m lag.

Nach dem Krieg wurde 1946 die völlig zerstörte Kälbersteinschanze neu aufgebaut, und es fanden danach wieder regelmäßig nationale und später auch internationale Springen statt. Die schon länger gereiften Ideen eines völligen Schanzenneubaus wurden in Angriff genommen: 1977 entstand die mittlere Mattenschanze K 62,5. Der Schanzenrekord liegt mittlerweile bei 68 m, gehalten von M. Meznar (SLO).

1980 wurde die große Kälbersteinschanze als Mattensprunganlage eingeweiht. Sie war in dieser Zeit die modernste Schanze Westeuropas, da sie schon über eine automatische Sprühanlage zur Mattenbewässerung, Geschwindigkeitsmessung am Schanzentisch und ab 1981 über eine elektronische Weitenmessanlage verfügte. Die Anlage ist Bestandteil des Bundesleistungszentrums Berchtesgaden, und seit 2000 macht regelmäßig der Sommer Grand Prix der Nordischen Kombination Station an der Kälbersteinschanze.